10 Schritte zum erfolgreichen Website-Relaunch

Bei unserer täglichen Arbeit stellen wir immer wieder fest, dass Unternehmen sich häufig zu wenig Gedanken darüber machen, was es bedeutet eine Webseite neu aufzubauen. Oftmals gibt es seitens des Kunden an die Agentur nur wenige Vorgaben. Drei der aktuellen Standard-Anforderungen sind: Responsive Design, keine Verluste des Traffics durch Suchmaschinen und eine aktuelle Software-Version des Content Management Systems. Immer wieder werden hierbei jedoch elementare Dinge außer Acht gelassen, weswegen der Relaunch einer Webseite schnell nach hinten losgehen kann. Wir fassen die wichtigsten Schritte und häufigsten Fehler zusammen, damit dem erfolgreichen Website-Relaunch nichts mehr im Wege steht.

Website-Relaunch


1.) Bestandsaufnahme der aktuellen Seite

 

Zunächst einmal ist es von primärer Bedeutung aktuelle Kennzahlen wie Traffic, Conversion Rate, Besuchsdauer und Absprungraten festzuhalten, damit wir einen Vergleichswert der alten gegenüber der neuen Seite haben. Diese Daten sollten mindestens für einen Zeitraum von 2 – 3 Monaten vorhanden sein, um aussagekräftige Zahlen vorliegen zu haben. Kostenlose Tools wie Google Analytics, Piwik oder die Google Search Console (ehemals Webmaster Tools) geben hierbei Hinweise auf den aktuellen Status.

2.) Definition von Wünschen & Zielen

 

Wichtig ist bei der Definition von Wünschen und Zielen der neuen Website auch die technische Machbarkeit in Betracht zu ziehen. Daher ist es ratsam, von Beginn an sowohl den Projektmanager, mindestens einen Entwickler, sowie auch den Kunden selbst gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Zusammen erarbeitet man realistische Anforderungen, welche sowohl aus technischer, als auch aus inhaltlicher und grafischer Sicht Sinn ergeben um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

3.) Die Auswahl der geeigneten Software

 

Jede Software und jedes Content Management System hat seine Vor- und Nachteile. Die richtige Auswahl ist jedoch entscheidend für den langfristigen Erfolg. Bei einem bestehenden System zu bleiben heisst auch, dass vor allem die Redakteure bei der Einpflege der Inhalte bereits geschult sind. Es kann aber durchaus sein, dass sich im Laufe der Zeit herausgestellt hat, dass die bestehende Software nicht alle Erwartungen erfüllt hat. Hilfreich ist hierbei eine Pro- und Contraliste alternativer Möglichkeiten und eine Abschätzung des daraus resultierenden Aufwandes. Nur wer seine Anforderungen genau im Detail kennt und diese schriftlich festgehalten hat, kann hier die  Auswahl treffen und sich einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

4.) Update, Upgrade oder kompletter Relaunch?

 

Updates bringen die wenigsten Veränderungen mit sich, da meist lediglich die Version des Content Management Systems gering modifiziert wird. Es geht also eher um die Entscheidung, ob ein Upgrade auf ein neues Major- / LTS-Release oder ein kompletter Relaunch sinnvoll sind. Hierzu sollte man sich folgende Fragen stellen:

Wie viele Seiten befinden sich im Seitenbaum? (hilfreiches Tool hierfür: https://www.xml-sitemaps.com/ )
Sollen die bestehenden Texte und Inhalte weiterhin erhalten bleiben oder gibt es ein neues Konzept?
Sind spezielle Extensions im Einsatz, welche bei einem Upgrade zu Problemen führen könnten?
Macht es Sinn auf ein neues HTML-Framework zu setzen oder macht es hilfreicher den bestehenden Code responsive anzupassen?

Gerade wenn es darum geht große Seiten-Strukturen mit vielen, gleichbleibenden Inhalten zu migrieren, ist ein Upgrade – sofern man das bestehende CMS beibehält – oftmals die geschickteste Variante. Eine Neukonzeption und damit das erneute Einfügen von Inhalten bringt ab einer gewissen Seitengröße einen erheblichen Mehraufwand mit sich, es kann jedoch bei einer Neuausrichtung einer Marke auch durchaus seine Berechtigung haben. Dies muss letzten Endes der individuelle Einzelfall entscheiden.

5.) Erstellung von Mockups und Wireframes

 

Nachdem nun ein Konzept für die neue Webseite besteht geht es darum deutlich zu machen, wie der strukturelle Aufbau der Haupt- und Unterseiten aussieht. Hierzu kann man sich an Tools für Mockups und Wireframes bedienen, um den „Design-Aufwand“ erstmal so gering wie möglich zu halten und dem Kunden eine genaue Vorstellung der späteren Seitenaufteilung und der Usability zu liefern. Mockups & Wireframes sind farblose Anordnungen der einzelnen Seiten-Elemente und bei weitem nicht so komplex zu erstellen wie ein komplettes Design in Photoshop oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen.

6.) Aufsetzen einer Testumgebung & Entwicklung

 

Eine stabile Entwicklungsumgebung ist der Grundstein für einen erfolgreichen Relaunch. Hierbei ist besonders Wert darauf zu legen, dass PHP-, MySQL-Versionen, Datenbankkonventionen und Zeichensätze sich gleichen, damit es beim späteren Umzug nicht durch veraltete Software- oder unterschiedlichen Spracheinstellungen zu Komplikationen kommt. Des Weiteren helfen Versionierungs-Tools wie „git“ o.ä dabei, mehrere Entwickler gleichzeitig an einem Projekt zu beschäftigen ohne sich gegenseitig Dateien zu überschreiben und kürzere Projektlaufzeiten in der Praxis umsetzen zu können. Jetzt kann mit der eigentlichen Entwicklung und ersten Tests der Webseite begonnen werden.

7.) Die richtige SEO-Strategie

 

Bei einem Relaunch kann in Sachen SEO sehr viel schiefgehen. Die häufigste Fehlerquelle sind hierbei nicht vorhandene oder ungeeignete 301-Weiterleitungen, die s.g. „Permanent Redirects“. Folgendes Szenario: Google hat  die URL www.meine-domain.de/seite-1 im Index, welche aber aufgrund einer Neuausrichtung inkl. Internationalisierung nun www.meine-domain.de/de/seite-1 heisst. Leitet man diese URL nicht weiter, gibt es einen 404-Fehler und die Seite fliegt auf kurz oder lang auf dem Suchmaschinen-Index. Somit gehen alle Positionen und Keywords verloren und man beginnt wieder bei Null mit dem SEO-Ranking.

Diese SEO-Checkliste hilft Ihnen beim Website-Relaunch:

Verändert sich die URL-Struktur? Wenn ja, kann ich diese einzeln oder generisch durch reguläre Ausdrücke abfangen
Was passiert mit Seiten, die evtl. nicht mehr vorhanden sind? Wo linken diese Inhalte jetzt hin?
Sind die Meta-Beschreibungen und Title-Tags in der neuen Seite optimal gesetzt?
Ist eine XML-Sitemap bereits installiert?
Sind alle Snippets für die Analyse von Besuchern fachgerecht implementiert? (Google Analytics, Piwik, etracker o.ä.)
Sind Title- und Alt-Attribute bei Bildern und Links übernommen / gesetzt worden?
Extrem wichtig bei Onlineshops: Haben die Bilder aussagekräftige Dateinamen, damit diese auch die Chance haben in Bildersuchen zu ranken?

Ein abarbeiten dieser Checkliste kann sehr aufwändig sein, lohnt jedoch in jedem Fall. Bei Unsicherheiten in der Umsetzung, sollte man lieber zögern und auf Nummer sicher gehen, denn eine einmal deindexierte Seite, kann für lange Zeit das Aus der URL bedeuten.

8.) Liveschaltung der neuen Webseite

 

Die Testumgebung läuft stabil, der Kunde hat das Projekt abgenommen und ist mit der Umsetzung zufrieden. Nun geht es daran, die Seite auf die Live-Umgebung zu übertragen und hierbei eine möglichst geringe Downtime der Webseite zu gewährleisten. Im Regelfall werden hierzu Datenbanken- und Ordnerstrukturen parallel auf dem Live-Webspace angelegt, ausgiebigen Tests unterzogen und bei erfolgreichen Ergebnissen die URL in den entsprechenden Ordner auf dem Server verlinkt. Diese sollte im Optimalfall innerhalb kürzester Zeit aktiv sein und die Tests an der Live-Seite können beginnen.

9.) Testen, testen, testen

 

Nun heisst es, die neue Webseite auf Herz und Nieren zu testen. Hierzu gehören die richtige Verlinkung der Menüs, aufrufen der einzelnen Seiten, Begutachtung der verschiedenen Inhaltselemente und – ganz wichtig – der Test von Kontakt- / oder Bestellformularen. Es kann immer sein, dass sich irgendwo ein Fehler einschleicht, noch ein Link aus der vorigen Entwicklungsumgebung irgendwo befindet oder eine Funktion nicht zu 100% kompatibel ist. Es gilt daher diese Fehlerquellen schnellstmöglich zu lokalisieren und zu beseitigen, damit der Relaunch auf keinen Fall Performance-Verluste mit sich bringt.

10.) 404 und weitere Crawling-Fehler beobachten

 

Sobald eine stabile Funktionalität des Webservers und der eingesetzten Software gewährleistet ist, kann damit begonnen werden Crawling und 404-Fehler zu beobachten und schnellstmöglich zu beseitigen. Verschiedene Tools wie „ScreamingFrog SEO Spider“ oder die „Google Search Console“ helfen diese ausfindig zu machen. Es ist kein Beinbruch, wenn ein solcher Fehler auftritt, aber man sollte sich bewusst sein, dass ein zu langer Zeitrahmen bzgl. der Behebung eine Deindexierung der Seite mit sich bringen, was in jedem Fall zu vermeiden ist. Der Zeitraum für die Überwachung sollte mindestens 2 – 4 Wochen nach Live-Schaltung betragen um auch wirklich sicher gehen zu können, dass man beim Relaunch nichts vergessen hat.

Wir beantworten Ihnen gerne persönlich alle weiteren Fragen!

Sie planen einen Relaunch? Sprechen Sie unverbindlich mit einem unserer Experten über die individuellen Gefahren und Potentiale Ihres Projekts.

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