Seokratie Blogprade - Unser Beitrag

In unserem seit einigen Tagen online gestellten Webdesign-, Webentwicklung-, E-Commerce- & Onlinemarketing-Blog wollen wir aus Wiesbaden mal für ein Bisschen Stimmung & Traffic sorgen. In diesem Beitrag beteiligt sich das BROWSERWERK also an einer so genannten „Blogparade“. Die Blogparade wurde ins Leben gerufen durch diesen Artikel von Julian Dziki von seokratie.de. Hintergrund dieser Blogparade ist die offene (subjektive) Meinung der einzelnen Teilnehmer und der Erfahrungsaustausch.

Seien Sie also bitte nicht verwundert (oder gar erschrocken), wenn dieser Blogeintrag etwas „lockerer“ ausfällt, als unsere sonstigen Beiträge. Ich wünsche allen Teilnehmern und vor allem Lesern viel Spaß und hoffe einige interessante Aspekte zum Thema Suchmaschinenoptmierung beisteuern zu können.

Wie bist Du zu SEO gekommen?


Zur Suchmaschinenoptimierung bin ich gekommen, als ich neben meinem Informatik-Studium und meiner eigenen damaligen Selbständigkeit noch für eine sehr kleine IT-Firma gearbeitet habe um noch etwas mehr (Berufs-)Erfahrungen zu sammeln und diese Firma wollte, dass ich mich für einen ihrer Kunden mit dem Thema SEO beschäftige. Ich habe zu dieser Zeit schon viele Erfahrungen in der Frontend-Entwicklung und dem Umgang mit Content Management Systemen gesammelt und habe mich schon immer für Marketing interessiert und in Deutsch immer gerne Texte geschrieben. Als ich festgestellt habe, dass man mit erfolgreicher Suchmaschinenoptmierung so ziemlich jedes (gute!) Produkt verkaufen kann, und sich das Marketingbudget im Vergleich zu anderen Maßnahmen sehr gezielt einsetzen lässt, habe ich mich dazu entschlossen einige Affiliate-Seiten zu bauen um dort eine „Spielwiese“ zu haben, bei dem nicht direkt am nächsten Morgen der Kunde anruft und meckert, wenn es mal ein wenig mit den Positionen nach unten gehen sollte. Außerdem habe ich damals schon gerne seriöse Blogs wie selbstaendig-im-netz etc. gelesen und bin hier über Beiträge über sein Nischenseitenprojekt zu vielen neuen und wichtigen Erkenntnissen gekommen und ich habe gemerkt, dass es in gewissen Bereichen aufgrund der niedrigen Konkurrenz teilweise möglich ist mit einfachen Maßnahmen und etwas Grips 😉 gut zu ranken – der Umfang der Maßnahmen änderte sich dann mit der Größe der Projekte relativ schnell.

Welches war Dein erstes Webprojekt (wenn Du ein eigenes hattest, ansonsten auslassen)?

Mein erstes eigenes SEO-Projekt war ereader-bestellen.de, welches bis heute erfolgreich den ein oder anderen Euro monatlich in die Firmen-Kasse spült – gerade zur Weihnachtszeit… Und weil es am einfachsten ist über seine eigenen Hobbys zu schreiben, folgte kurz darauf golfschläger-test.de. Diese Seite ließ sich trotz teilweise extrem guter Rankings jedoch einfach nicht gut monetarisieren, weswegen hier der Content leider etwas älter ist. Haber mir aber für diese Saison vorgenommen das mal wieder zu ändern. Golfer sind einfach ein spezielles, aber sehr angenehmes Völckchen. ^^

Was hat sich für Dich seit dem Beginn von SEO geändert?

Nichts… Nur, dass sich immer mehr Leute immer spezifischere Begriffe ausdenken. Erst hieß es beispielsweise überall „Content is King“, jetzt redet auf einmal jeder von „Content Marketing“ und übermorgen ist es wieder ein neuer Begriff für die gleiche Vorgehensweise bzw. eine neue Wortgruppe für einen noch detaillierteren Teilbereich. Der SEO-Markt an sich ist zwar nicht neu, aber staatlich studieren bzw. eine offizielle Ausbildung gibt es meines Erachtens nach (noch) nicht, weswegen hier immer wieder neue Erkenntnisse zu Tage gefördert werden.

Wie erklärst Du Unbeteiligten, die sich nicht im Internet auskennen, was Du genau machst?

Ich sage Ihnen, dass ich Geschäftsführer einer Internetagentur bin, was auch die meisten ohne Probleme verstehen. Wenn ich den Leuten allerdings von SEO erzähle heisst es immer: „Machen das nicht viele und ist das nicht voll unseriös?“. Das weckt dann meinen Ehrgeiz und ich will den guten Ruf von uns SEOs retten! Meist nach kurzer Erläuterung wie beispielsweise: „Lies Dir einfach nur mal die Überschriften & Texte einer Webseite durch und prüfe hierbei, ob es sich um Dein Produkt handelt.“ oder ihnen sage, dass Links von vertrauenswürdigen Seiten den Trust der eigenen Seite stärken, kommen sie ins Grübeln und erkennen an, dass es handfeste Faktoren für das Ranking einer Seite gibt und das die kein Pauschalangebot sein kann.

Welche Tools nutzt Du hauptsächlich?

Webmaster-Tools, Google Analytics, Seokicks und mein PR-Browserbar-Plugin. Ja, killt mich für den PageRank, ist mir egal, aber für mich ist es immer noch ein schöner erster Indikator um zu sehen ob eine Seite SEO-technisch grundsätzlich etwas kann oder nicht. Webmaster-Tools sind unumgänglich um die Positionen halbwegs abschätzen zu können weil Google immer stärker die Cookies und den Standort das Ranking beeinflussen lässt und Analytics bietet auch seine Vorteile, wobei ich „not provided“ als Keyword langsam nicht mehr sehen kann… Aber um zu wissen aus welcher Region (oder über welche Verweise) die Besucher kommen (gerade bei lokalem SEO sehr wichtig) und um zu wissen ob sich eine mobile Optimierung für die Seite lohnt etc., ist es vollkommen ausreichend. Es gibt natürlich noch weitere Vorteile von Analytics, aber die kennt jeder, der diesen Beitrag hier wegen der Blogparade liest, denke ich. Seokicks ist für mich der einfachste und beste kostenlose Backlinkchecker, der schon länger stabil auf dem Markt ist und reicht für viele Projekte aus um die Konkurrenz etwas genauer unter die Lupe zu nehmen ;).

Wie sieht Deine Arbeitswoche aus? Wie viel arbeitest Du?

Das will hier doch wirklich keiner hören 😛 Selbst und ständig eben.

Was gefällt Dir an SEO am meisten?

Ich unterscheide häufig zwischen zwei Arten von Marketing: dem „Push-“ und dem „Pull-“Marketing. Push-Marketing ist für mich die klassische Werbung im TV, Briefkasten-Spam, Anzeigen in der Zeitung etc., die man eigentlich gar nicht haben will, aber aufgedrückt bekommt. SEO ist für mich Pull-Marketing, also der Kunde will etwas von mir und ich muss ihn selten von meiner Dienstleistung, meinem Produkt oder etwas anderem überzeugen, denn er kommt ja freiwillig zu mir (weil er aktiv nach mir gesucht hat) und kann es eben so gut bleiben lassen. Ich hasse diese Kaltaquise-Typen – einfach nur nervig , meistens unseriös, weil ich denke sie haben es nötig und gerade für mich als Geschäftsführer ist es teilweise äußerst zeitintensiv.

Was mir jedoch am besten an der Suchmaschinenoptimierung gefällt, ist die Skalierbarkeit und vor allen Dingen die Nachvollziehbarkeit der eingesetzten Mittel. Henry Ford sagte einmal: „Fünfzig Prozent der Werbung sind immer rausgeworfen. Man weiß aber nicht, welche Hälfte das ist“. Das hat sich meines Erachtens nach durch die heutigen Tracking-Möglichkeiten extrem geändert und man muss wirklich etwas leisten für sein Geld, was auch genau meiner Einstellung zu Arbeit und dem Umgang mit Kunden entspricht, denn abziehen wollen wir sicherlich niemanden; unfassbar was ich teilweise an „SEO“ zu Ohren und vor die Augen gesetzt bekomme. Aber da man als Suchmaschinenoptimierer größtenteils auch Entwickler ist bzw. sein sollte um gewisse Dinge umsetzen zu können, könnte man ja in dieser Zeit auch Webprojekte starten und deswegen muss SEO auch einen gewissen Preis haben, da es sonst nicht funktionieren kann.

Was magst Du nicht an SEO?

Kunden die denken wir legen einen Schalter um oder mir erzählen „die anderen machen das aber für 99.- einmalig“ – dann sollen die anderen es doch machen! Ich habe für so etwas persönlich keine Zeit und sehe auch nicht ein, einem Kunden sein Geschäft im Internet so aufzustellen, dass er im besten Fall (je nach Konkurrenzlage) jahrelang von unseren Optimierungsmaßnahmen profitiert und einen spürbaren Umsatz-Zuwachs hat. Für Zeitungsannoncen und andere „Henry Ford-Marketingmaßnahmen“ oder gewisse Branchenbuch-Einträge (die leider viel zu häufig mit Ihren verdorbenen Telefonmitarbeitern, welche nur auf die nächste Provision aus sind, mit dem Wort „Suchmaschinenoptmierung“ nur so um sich werfen, obwohl sie NULL Ahnung haben wovon sie da eigentlich reden) haben gerade die Unternehmen meistens eine völlig falsche Budgetvorstellung in Sachen Onlinemarketing. Hier liegt es an uns SEOs diese Leute zu sensibilisieren, die Möglichkeiten und das Potential aufzuzeigen und unsere Arbeit so zu erläutern, dass jeder weiss, dass es harter Einsatz und individuelle Strategien sind, die im Endeffekt ein gutes Ranking ausmachen.

Wie sieht SEO in fünf Jahren aus?

Ich glaube das weiss so gesehen nicht mal „Mr. @mattcutts“ persönlich. Aber ich vermute genau so wie jetzt auch: erschaffe Inhalte, nach denen die Leute suchen und lass die Finger von manuellen Spam-Maßnahmen! Wenn die Texte aussagekräftig sind und je mehr Seiten mit viel Trust aus einem gewissen Umfeld auf dich verlinken, wird man auch dort eingeordnet wo man hingehört.

Primär glaube ich jedoch, dass es in fünf Jahren in immer mehr Bereichen weitaus schwieriger sein wird auf relevante Keywords ordentlich zu ranken, weil die Konkurrenz einfach immer stärker wächst. Sehen wir uns doch nur mal die Onlineshop-Branche an und wie viele (damals) kleine Unternehmungen durch frühes SEO heute den großen Kaufhäusern den Rang abgelaufen haben und eigene Brands geworden sind. Es gibt eben immer weniger „Nischen“, weil immer mehr Leute das Potential von Suchmaschinenoptimierung erkennen. Und wenn die ersten fünf Plätze schon jeweils zwischen 200 und 300 Backlinks haben die etwas können, das Projekt eine gute Onpage-Optimierung hat und schon die letzten Jahre aktiv SEO betrieben wurde, hat es eine neue Seite/Domain sehr schwer dort erstmal hinzukommen.

Allerdings glaube ich, wie bereits eingangs erwähnt auch, dass SEO in immer mehr Details aufgeteilt werden wird und es immer mehr Spezialisten für einen gewissen Bereich gibt. Ob es das Erstellen von Texten, Info-Grafiken, Linkaufbau, Onpage-Optimierung, Ladningpages (und so weiter und sofort) sein wird, kann ich jetzt noch nicht sagen, aber ich freue mich auf die Herausforderungen Zukunft! Vielleicht ist das ja der Punkt, an welchem dieses „Hausfrauen-“ (Ok, der Korrektheit halber) / „Hausmänner-Bügelbrett SEO“ aufhört und wirklich nur noch den Spezialisten vertraut wird, weil nichts anderes mehr funktioniert – das würde mich sehr freuen und wir SEOs werden dann vielleicht nicht mehr so „ungläubig“ angeschaut, wenn wir über unsere Berufsfeld und unsere Leidenschaft berichten. 🙂

Die Teilnehmer der Blogparade:

http://www.kritzelblog.de/blogparade-hat-sich-fuer-dich-geaendert/
http://www.pr-up.de/meine-erste-blogparade/
http://www.seo-united.de/blog/seo-offtopic/aufruf-zur-seo-blogparade-warum-finde-ich-meine-webseite-bei-google-nicht.htm
http://netgrade.de/seo-blogparade-hat-sich-fuer-mich-geaendert/
http://www.internetmarketing-news.de/2014/02/21/seo-blogparade-was-hat-sich-fuer-dich-geaendert/
http://www.frontpigs.de/webseiten-zu-bauen-die-keiner-besucht-hat-irgendwann-keinen-spass-mehr-gemacht/
http://www.online-consulting.net/seo/seo-blogparade-roberts-antworten/
http://www.tagseoblog.de/blogparade-von-seokratie-meine-antworten
http://www.digitalgurus.de/seo-blogparade-hat-sich-fuer-dich-geaendert/
http://www.indexlift.com/blog/seo-blogparade-02-2014.html
http://ebolgo.com/seo-blogparade-hat-sich-fuer-dich-geaendert/

Share This Post:

Browserwerk